Am Beginn der mechanischen Uhrmacherkunst ist nach übereinstimmender Meinung aller Forscher die so genannte "Schlaguhr" zu sehen. Diese Instrumente wurden bereits am Ende des Ersten Jahrtausends in Klöstern und Abteien verstreut über ganz Europa eingesetzt und verwendet, um akustisch auf einer Glocke die unterschiedlichen Phasen eines Gebetes oder der Arbeit anzuzeigen.
"Ore et labora" - dieser berühmte Ausspruch der Benediktiner - bestimmte den gesamten Tagesablauf der Mönche. Dabei handelt es sich allerdings eher um ein Verkünden der Zeit genau wie bei einer Sand- oder Sonnenuhr, als um einen Vorläufer unserer heutigen Automatikuhren. Die Aussergewöhnlichkeit dieser "Schlaguhren" bestand allerdings darin, dass diese dank einer sehr einfachen, allerdings richtigen Mechanik funktionieren. Kurz nach Ende des ersten Jahrtausends setzte sich dann auch ausserhalb der Klöster der Wunsch nach einem Instrument durch, um damit das immer komplexere soziale Leben zu organisieren.
Genau aus diesem Grund sind zuerst die öffentlichen Uhren entstanden und die Uhren für den privaten Gebrauch kamen erst deutlich später. Diese öffentlichen Uhren wurden in entsprechender Größe an Türmen und Kirchtürmen angebracht. Dadurch waren sie auch aus grosser Entfernung von den Strassen der Städte und vom Land aus zu sehen und konnten bis dort hin gehört werden. Diese Turmuhren entsprachen damals genau der vorherrschenden sozialen Struktur. Es hing alles von den kirchlichen oder zivilen örtliche Autoritäten ab, und daher war es praktisch und aus symbolischen Gründen auch logisch, dass die Zeit von den Gebäuden der der Mächtigen angezeigt wurde.