Automatikuhren

Eine Automatikuhr ist eine mechanische Armbanduhr bei der die Feder durch einen Rotor aufgezogen wird. Durch die Armbewegungen des Trägers dreht sich der Rotor und die Feder wird in sehr kleinen Schritten aufgezogen.

Der Rotor der Uhr, der zumeist kugelgelagert ist, bleibt bei Bewegungen des Armes und des Uhrgehäuses aufgrund seiner Massenträgheit und der Schwerkraft im Raum stehen. Hierdurch wird ein Drehmoment auf den Aufziehmechanismus ausgeübt. Normalerweise wird die Feder sowohl bei links und auch Rechtsdrehung des Rotors aufgezogen. Eine Rutschkupplung verhindert bei einer Automatikuhr ein Überdrehen der Zugfeder, wenn die Uhr bereits voll aufgezogen ist.

Die immer gleichmäßig gespannte Feder führt zu einem gleichmäßigeren Lauf. Die Automatikuhr hat dadurch eine geringere Gangabweichung als mechanische Uhren die eines manuellen Aufziehen benötigen. Dies und die einfache Handhabung der Automatikuhr macht diesen Uhrentyp so beliebt. Natürlich können die meisten Automatikuhren auch mit der Krone aufgezogen werden. Der einfache Handaufzug über die Krone (ohne den früher notwendigen Schlüssel) machte es den teureren Automatiktaschenuhren zunächst schwer sich durchzusetzen, obwohl es sie seit ca. 1770 bereits gab. 1922 schuf die französische Firma Leroy die ersten Armbanduhr mit Automatikwerk, angetrieben durch eine Pendelschwungmasse. Die Rolex Oyster Perpetual von 1931 gilt als die erste funktionsfähige Automatikarmbanduhr mit Rotor; das Prinzip wurde weltweit 1932 für die Firma patentiert.

Als Gangreserve der Uhr bezeichnet man die Zeitdauer, in der das (vollständig aufgezogene) Uhrwerk noch läuft, nachdem die Uhr das letzte Mal bewegt wurde. Die Gangreserve ist je nach Werk unterschiedlich und beträgt zumeist etwa 35 bis 60 Stunden, es gibt auch Uhren mit mehreren Federhäusern, deren Gangreserve betragt sogar mehr als eine Woche.

Wer seine Uhr nicht immer trägt, bez. mehrere Uhren hat oder diese auch sammelt kann seine Uhren mittels eines elektrische Uhrenbewegers in Bewegung halten, damit die Uhren nicht stehen bleiben, auch wenn sie gerade nicht getragen werden. Diese Geräte verhindern eine Verdickung des Öles in der Uhr und damit das Abreißen der Schmierschicht. Dies kommt der Langlebigkeit und Ganggenauigkeit der Uhr zugute, da eine Revision je nach Hersteller sehr teuer werden kann.

Zur Lagerung von Uhren benutzt der Sammler spezielle Uhrenboxen die der Handel in einer Vielzahl von Variationen zur Verfügung stellt. Ein Beispiel einer solchen Uhrenbox für bis zu  18 Uhren sehen Sie hier!


Wie Ganggenau sind Automatikuhren wirklich?

Wer unter dem Aspekt "Ganggenauigkeit" eine Uhr mit Automatikwerke kauft wird wohl nicht sehr viel Glück haben, wirkliche Ganggenauigkeit ist ein Privileg der Quarzuhren. Selbst die teuersten Automatikuhren kommen nicht an die Ganggenauigkeit einfacher Quarzuhren heran, selbst wenn diese nur wenige Euros im Supermarkt gekostet haben.

Sehr teuere Automatikuhren haben üblicherweise einen sehr guten und genauen Gang, meist nur 1 bis 2 Sekunden, oft auch über mehrere Tage. Automatikuhren mit Ungenauigkeiten unter 6 Sek. / Tag ist sehr gut, tolerabel sind vielleicht 10 - 20 Sekunden je nach Anspruch des Trägers. Automatikuhren sind vielfach Sammleruhren, die Ganggenauigkeit bei solchen Uhren spielt bei den Sammlern nur eine sehr untergeordnete Rolle. Wichtig ist in erster Linie bei einer schönen und hochwertigen Uhr die Optik und die Tatsache ob Sie einem beim "betrachten der Zeit" gefällt. Mechanische Uhren haben noch nie den Anspruch auf eine absolute Genauigkeit gepachtet gehabt. Also überlegen Sie gut welcher Uhrentyp mit welchem Uhrwerk für Sie in Frage kommt, im Zweifelsfall lieber eine Quarzuhr kaufen.

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